2008-10-23 

Die Nato fliegt auf Lahr

LAHR. Die Nato wird 60 Jahre alt und das wird nächstes Jahr mit einem Doppelgipfel gefeiert. Am 3. und 4. April. Waren ursprünglich nur Straßburg und Kehl gesetzt, hat sich jetzt auf deutscher Seite Baden-Baden dazugesellt – und Lahr. "Wir müssen davon ausgehen, dass eine Vielzahl von Flugbewegungen über Flughäfen in der Region abgewickelt wird. Der Baden-Airport und auch der Lahrer Flughafen werden davon betroffen sein." Sagte Landespolizeipräsident Erwin Hetger gestern bei einer Pressekonferenz in Baden-Baden.

Bild: Lahr

Was das für Lahr konkret bedeutet, lässt sich derzeit aber nicht sagen. Noch haben die Diplomaten in Berlin und wohl auch in Paris die Akten "Doppelgipfel" aufgeschlagen vor sich. Wer kommt nach Lahr? Das weiß angeblich noch niemand. Die Polizei des Landes stimmt derzeit die Rahmenbedingungen für einen Großeinsatz ab, bei dem etwa 6000 baden-württembergische Polizisten und noch einmal so viele aus anderen Bundesländern eingesetzt werden. Die Polizeibeamten in der Ortenau und bei der Bereitschaftspolizei wissen aber schon mal so viel, dass sie zwischen dem 27. März und dem 5. April 2009 nicht wegen Urlaub oder Fortbildung kommen dürfen: Urlaubssperre.

Welche Auswirkungen das Gipfeltreffen in Straßburg und Kehl auf die Ortenau haben wird, lässt sich deshalb nur übergreifend sagen. Die Nato hat 26 Mitglieder, deren Regierungschefs, Außen- und Verteidigungsminister kommen werden. Andererseits erwartet Erwin Hetger bis zu 60 offizielle Delegationen, von denen die Hälfte auf der deutschen Seite übernachten werden. Hauptsächlich in Baden-Baden. Das hat etwas mit der Zahl der Betten und den gewünschten Standards zu tun. Die Rede ist von insgesamt 3500 Gästen beiderseits des Rheins. In Baden-Baden erwartet man letztlich auch die abendlichen Festessen, obwohl auch das noch ein wohl gehütetes Geheimnis in Berlin oder bei der Nato ist.

Dass der Lahrer Flughafen in das Konzept des Nato-Gipfels passt, war allenthalben angenommen worden, aus Sicherheitsgründen. Der Flughafen lässt sich leicht absperren und überwachen, wenn man die Kuppe des Schutterlindenbergs besetzt, wegen der geringen Zahl von zivilen Flugbewegungen kann es kaum Flugausfälle geben und große Flugzeuge werden aus Sicherheitsgründen eher lieber Lahr als Straßburg und Söllingen ansteuern. Lahr bietet darüber hinaus ausreichend große Stellflächen für die Flieger. Und Platz für die Hubschrauber gibt es ebenfalls, mit denen sich die Regierungschef nach Straßburg oder Baden-Baden fliegen lassen können.

Insofern würde sich niemand wundern, wenn am 3. April auch die Air Force Number One mit dem noch zu wählenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika auf dem Black Forst Airport einfindet. Safety and Security first.