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2007-11-29

G8-Camp mit Nachwehen

29. November 2007 | von Frank Pubantz

BÜTZOW - Der Organisator des Camps, das "Büro VIP" aus Schwerin, hat Rechnungen offen. "Eine ganze Summe steht noch aus", sagt Poppe Gerken. Der Landwirt hatte für das Camp Flächen der Stadt unterverpachtet. 30 Prozent der vertraglich vereinbarten Summe würden noch fehlen. "Es ist fast ein ganzes Jahr um, aber das letzte Geld ist immer noch nicht da", beklagt der Landwirt. Über die schlechte Zahlungsmoral hatte sich Poppe Gerken bereits vor dem Juni geäußert. Dafür habe ihm der Camp-Organisator anwaltlich etwaige Forderungen ankündigen lassen. "Ich soll dem Camp geschadet haben", so Gerken. Das sehe er gelassen, sei aber selbst traurig, dass aus dem Camp nichts wurde: "Ein Mann, ein Wort - sowas gibt es heute noch, aber nicht in diesem Fall."

Gute Nacht G8

Forderungen hat auch der Verkehrsverbund Warnow (VVW) in Rostock. Er vereinbarte mit dem Büro VIP, dass Besucher kostenlos mit den Eintrittskarten fürs Camp auch Busse und Bahnen im Öffentlichen Personennahverkehr im Großraum Rostock nutzen können. Dazu sei per Vertrag der zu zahlende Anteil des Camp-Organisators festgelegt worden, erklärt Dr. Burghard Voigt. Zudem, dass der VVW Einsicht in die Besucherzahlen haben darf. Beides sei bis heute nicht erfüllt. Mehrfach habe der Verband das Büro VIP angemahnt. "Herr Harder reagiert einfach nicht. Wir kommen nicht an ihn ran", so Voigt. Nun werde der VVW juristisch gegen den Organisator vorgehen.

"Camp noch nicht verdaut"

Das "Büro VIP" mit Sitz in Schwerin, Wismarsche Straße 170, existiert weiterhin. Das Camp sei ein herber Schlag gewesen, erklärt Geschäftsführer André Harder. Der Ausfall werde "einige Jahre lang" Folgen haben. "So schnell verdaut man so etwas nicht." Mit bis zu 15 000 Besuchern hatte er gerechnet. Zu den Vorwürfen erklärt Harder: "Der Verkehrsverbund ist noch bei uns in der Abrechnung." Da werde es bald Bewegung geben.

Anders im Fall des Landwirts. Das Büro VIP habe Geld einbehalten, "weil Herr Gerken den Vertrag nicht erfüllt hat", so Harder. Der Landwirt hatte zugesichert, die Flächen vorher zu mähen, tat es aber nicht. "Mit dem Geld haben wir andere Landwirte bezahlt, die es machten", erklärt Harder.

Ihr Geld erhalten hat dafür die Stadt Bützow - für den Segen zur Unterverpachtung der 23 Hektar großen Fläche im Gewerbegebiet. Laut Vertrag je nach Besucherzahl - ein paar Tausender. "Das, was wir zu bekommen hatten, ist da", erklärt Bürgermeister Lothar Stroppe. Aber erst nach Mahnung. Auch beim Landkreis Güstrow seien alle Rechnungen beglichen, erklärt Beigeordneter Dr. Rainer Boldt. Nicht erfüllt seien einige Auflagen fürs Camp worden, aber: "Für uns ist das Thema faktisch erledigt."

[http://www.svz.de/dpa-meldung/article/216/g8-camp-mit.html]

Source: www.svz.de