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2009-12-23

Klimagipfel Kopenhagen 2009: System change not climate change!

See Photos: http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/klimagipfel09.html

Der Klimagipfel in Kopenhagen (7. – 18. Dezember ’09) war die bisher größte Versammlung der UN und an Medienpräsenz kaum zu überbieten. Die ganze Welt schaute zu und trotzdem ist der Versuch, sie zu retten, gescheitert. Übrig bleibt ein Papier ohne Konsequenzen, das zwischen den Industriestaaten heimlich ausgehandelt und den Vertreter_innen der restlichen Staaten ohne Widerrede aufgezwungen werden sollte. Allerdings wagte auch im Vornhinein niemand, die Erwartungen hochzustecken. Mit einem rechtsliberalen Konferenzpräsidenten, der immer wieder durch arrogante Bemerkungen auffiel und den versteiften Positionen der Industrienationen war für viele der Gipfel zum Scheitern verurteilt.

Pic: Copenhagen

Was bleibt? Ein Wendepunkt in der Klimabewegung.
Kopenhagen stand schon lange vor dem Gipfel im Zeiches des Klimawandels. Aber neben den zahlreichen Greenwashing-Werbeinstallationen von Großkonzernen machten vor allem die Zehntausenden Aktivisten auf sich aufmerksam. Jeden Tag gab es kleine und große Aktionen und Demonstrationen, zu denen sich über 100 000 Menschen aus aller Welt zusammenfanden. In der ganzen Stadt verteilt gab es eine soziale Infrastruktur mit Volksküchen, Schlafplätzen, Vernetzungstreffen, Bildungsveranstaltungen und Unterhaltung. Sogar ein alternatives Medienzentrum wurde eingerichtet, es gab eine Traumahilfe und Rechtsbelehrung. Obwohl die Protestler aus ebenso unterschiedlichen Ländern kamen wie die Delegierten des Cop15, war es auf diese Art und Weise möglich zu kommunizieren und auf Plena einen Konsens zu finden. Aktionstage mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten (z.B. globale Landwirtschaft, No Border, eine Klimacarawane u.a.) ziviler Ungehorsam und öffentliche Kundgebungen sollten der Schlüssel zum Erfolg sein.

Während sich der Klimagipfel im Laufe der Woche als extrem schlecht vorbereitet erwies, waren die Proteste durchweg gut organisiert und abgesprochen. Allerdings konfrontiert mit einer auf Eskalation ausgerichteten dänischen Polizei, die auf die Proteste mit Tränengas und Pfefferspray, Schlagstöcken und Massenverhaftungen reagierte. Insgesamt wurden fast 2000 Personen präventiv in Gewahrsam genommen, einige sind noch immer in Gefangenschaft. Das ist eine ungeheuer große Zahl. Sie wurde durch das kurz vorher von der dänischen Regierung verabschiedete „Lümmelpaket“ – ein Gesetzespaket mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen – ermöglicht. Die Anzahl der Leidtragenden des gescheiterten Gipfels wird global weiter steigen. Pfefferspray und Schlagstöcke als Instrumente der Repression sind die Vorboten von Hunger, Naturkatastrophen und Klimakriegen.

Die Klimabewegung hat aus dieser Woche viel Kraft geschöpft, denn für Resignation ist in der Klimafrage kein Platz. Es wurde ein Bewusstsein dafür geweckt, dass der Umweltschutz nicht den Regierungsoberhäuptern überlassen werden kann, sondern durch öffentlichen Druck unterstützt und forciert werden muss.

Die folgenden Bilderserien sind eine Zusammenstellung aus verschiedenen Aktionen, die ich als Fotografin und Aktivistin begleitet habe. Sie dokumentieren nicht nur die in vielerlei Hinsicht bewegende Zusammenarbeit verschiedener Gruppierungen für ein gemeinsames Ziel, sondern auch die Schattenseiten der Aktionswoche. Ich habe bewusst keine Personen unkenntlich gemacht, um dem globalen Widerstand ein Gesicht zu geben.

- Fiona Krakenbürger -

Source: http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/klimagipfel09.html