
+ seit dem 31.7.07 sitzen Axel, Florian und Oliver in Untersuchungshaft. Ihnen wird eine versuchte Brandstiftung
an Bundeswehrfahrzeugen beim Rüstungskonzern MAN vorgeworfen + die Bundeswehr ist derzeit an
zehn Militäreinsätzen im Ausland unmittelbar beteiligt. Im September/Oktober 2007 debattiert der Bundestag
über die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan im Rahmen des Nato-Krieges + mit mehr als
600 Rekrutierungs- und Reklameeinsätzen im Jahr überzieht die Bundeswehr das ganze Land. Für mehrere Millionen
Euro steuern »Karriere-Trucks« die Innenstädte an, bauen Wehrdienstberater ihre Werbestände auf, und
allmonatlich finden Werbeveranstaltungen in Arbeitsagenturen statt. Der Grund für die massive Rekrutierungsoffensive:
Der Bundeswehr droht der Nachwuchs auszugehen + für den Werbefeldzug der Bundeswehr ist
das Arbeitslosengeld II ein zentrales Rekrutierungsinstrument: Die Perspektivlosigkeit am Arbeitsmarkt und der
zunehmende Druck für Erwerbslose, seit der mehrfach verschärften Hartz IV-Gesetzgebung jeden noch so miesen
Job und jede noch so unsinnige Maßnahme annehmen zu müssen, lockt die Bundeswehr, immer offensiver
für den “Job” der SoldatIn zu werben +
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Es reicht: Schluss mit der Terrorhetze, Schluss mit der Kriegstreiberei! Die Überflüssigen lassen
sich nicht als billiges Kanonenfutter verwursten. Kriege und Militarismus lehnen sie aus gutem
Grund ab. Denn sie stellen sich gegen die Barbarei des Kapitalismus, in der Menschen nicht als
Menschen, sondern als gesichtsloser, auszubeutender Rohstoff vorkommen.
Die Überflüssigen kämpfen gemeinsam gegen den Krieg nach innen und außen: Gegen ihre Zurichtung
für ein profitfanatisches System, das nicht unangenehme Arbeiten, sondern immer mehr
Menschen für überflüssig erklärt. Gegen eine Gesellschaftsordnung, deren Kriege – als humanitäre
Intervention im Namen der Freiheit getarnt – genauso tödlich sind wie eh und je.
Die Arbeitsagentur ist überflüssig, die Bundeswehr ebenso. Besonders überflüssig ist die Bundeswehr
in der Arbeitsagentur. Der Beruf des Soldaten, der dort angepriesen wird, verdient nicht einmal
diese Bezeichnung, denn Soldaten sind – Tucholsky hat recht: – Mörder.
Alles andere als überflüssig sind hingegen konkrete Abrüstungsinitiativen. Die Bundesanwaltschaft
behauptet, sie habe Axel, Florian und Oliver beim Anzünden von Bundeswehrfahrzeugen
erwischt und bezeichnet sie daher als Terroristen. Die Überflüssigen können diese heuchlerische
Empörung nicht teilen, denn sie wissen: Terror ist die Produktion von Kriegsmaterial und tödlich
ist die Benutzung von Kriegsmaterial.
Am 6.9.2007, pünktlich um 15:00 versammeln sich die Überflüssigen und ihre FreundInnen am
Arbeitsamt Berlin Mitte (Friedrichstraße 39, U-Bhf. Kochstraße), um der Bundeswehr ihre Rekrutierungs-
Show tüchtig zu vermiesen.